Club Magazin SSGR

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Int. italienische Meisterschaft Europe am Comer See

Int. italienische Meisterschaft Europe am Comer See

Unser Jens Moerscheidt hat’s wieder getan: Grandmaster-Titel in der Europe-Klasse. Der Rest der SSG-Rottachsee-Truppe war ebenfalls mitten im Geschehen – nur eben nicht ganz so weit vorne. Schwamm drüber. Dafür gab’s am Comer See wirklich alles, was eine Regatta interessant und Segelklamotten dauerhaft feucht macht: Flaute mit Dauerregen, Starkwind, Holz, Hitze und Kälte.

Wer ein paar Tage früher nach Colico kam, wurde zunächst bei 35 bis 37 Grad weichgekocht. Dazu die typische Thermik am nördlichen Comer See. Und die kann was. Bei guten fünf Windstärken mit knackigen Böen fühlt sich das ungefähr so an, als würde ein riesiger Föhn einschaltet. Permanent.

Der Comer See ist verzwickt und verzweigt. Zwei Seearme. zwei Täler (Val Chiavenna und Valtellina), hohe Berge ringsherum und daz Thermik. Da kommt der Wind manchmal träg, drehend und gelegentlich ziemlich überraschend böig zurück. Dazu eine kurze, steile Welle, hübsch angereichert mit Dampferwellen. Und weil das noch nicht reicht, fällt der Wind manchmal über die Berge herunter und sortiert Richtung und Welle noch einmal neu. Ergebnis: Wind von hinten, Welle von der Seite – oder irgendeine andere kreative Kombination.

Beim ersten fröhlichen Trainingsschlag am Dienstag war nach gut einer Stunde klar: Das hier wird kein gemütliches Gardasee-Hängen.

Das wird ruppig.

Mittwoch: Starttraining mit Verständigungsproblemen

Mittwoch. Traumwetter, warm, Sonne – und ordentlich Wind. Knapp fünf Windstärken standen auf dem Comer See, also genau die richtige Dosis für ein gepflegtes Starttraining. Eigentlich.

Denn bevor man einen Start trainieren kann, wäre es ausgesprochen hilfreich zu wissen, wann überhaupt gestartet wird.

Die Kommandos kamen vom Motorboot. Auf Italienisch. Akustisch irgendwo zwischen Windrauschen, Wellenklatschen und Außenborder. Sprachlich waren wir ebenfalls eher mäßig kompatibel. Kurz gesagt: Wir verstanden ungefähr nichts.

Also wurde aus dem geplanten Startertraining zeitweise eine etwas freie Interpretation des Themas: vorfahren, zurückfahren, Konkurrenz beobachten, wieder vorfahren, wieder zurückfahren. Zwischendurch vielleicht starten. Oder auch nicht. Dafür gab es reichlich Gelegenheit, sich anzuschauen, wie die anderen bei knapp fünf Windstärken mit dem ruppigen Comer See zurechtkommen.

Nach rund einer Stunde war zumindest eines klar: Segelzeit hatten wir. Starterfahrung – nun ja.

 

Donnerstag und Freitag: Regen. Sonst noch was? Regen.

Am Donnerstag war Schluss mit Sonne, Hitze und elektrischem Föhn. Der Himmel machte auf Allgäuer Landregen alter Schule: Einmal angefangen, dann konsequent durchziehen. Regen. Regen. Regen. Und zur Abwechslung: Regen.

Training? Fehlanzeige.

Also wurde gelegen und gelesen. Und wenn Liegen irgendwann nicht mehr ging, setzte man sich eben irgendwo hin und las dort weiter. Seglerisch betrachtet ein eher übersichtliches Tagesprogramm.

Das Highlight kam am Donnerstagabend: gemeinsames Pizzoccheri-Essen der deutschen Truppe. Pizzocherie, das sind die Kässpatzen aus dem Valtelina. Also ohne Spatzen, dafür mit Buchweizennudeln und Wirsing. 😉

Freitag, erster geplanter Regattatag: neues Spiel, gleiches Wetter. Es regnete weiter. Ordentlich. Und irgendwann war klar: Heute wird hier gar nichts mehr gesegelt.

Damit war der erste Regattatag schon Geschichte, ohne dass auch nur ein Startschuss gefallen war.

Die Konsequenz für Samstag fiel entsprechend sportlich aus: Startbereitschaft morgens um 8 Uhr.

Acht Uhr.

Bei einer Segelregatta in Italien. Jetzt wurde es ernst.

Kalt am Comer See

Samstag: Holz vor dem Eingang. Und im ganzen Comer See.

Samstagmorgen, 7.30 Uhr. Temperatursturz um gefühlte – und vermutlich ziemlich reale – 15 Grad. Statt Sommerhitze: saukalt. Dazu ein frischer Nordwind. Die ersten Boote waren aufgebaut, wir waren angezogen, fertig und tatsächlich bereit zum Segeln.

Nur ins Wasser kamen wir nicht.

Denn da war: Holz.

Nicht ein bisschen Treibholz. Nicht hier ein Ast und dort ein Brettchen. Sondern Prügel, Stämme, ganze Bäume. Die starken Regenfälle hatten derart viel Schwemmholz in den Comer See gespült, dass sich vor dem Club auf den ersten fünf, sechs Metern eine ziemlich beeindruckende Holzbarriere aufgebaut hatte. Kein Durchkommen. Auch die Motorboote der Wettfahrtleitung konnten nicht ins Wasser.

Also warten.

Und Warten bei einer Segelregatta ist eine eigene Disziplin. Rund 50 junge, dynamische Sportler stehen mit mehr oder weniger verschränkten Armen am Ufer und beobachten aufmerksam, wie andere das Problem lösen.

Allen voran die Clubpräsidentin.

Irgendwann hallte ihr deutlich angefressenes „Andiamo, ragazzi!“ über den Platz.

Die Mobilisierungswirkung war überschaubar.

Geschätzt drei Segler fühlten sich spontan angesprochen und stiegen ins Wasser. Der Rest vertraute offenbar auf die bewährte Strategie: Nur nicht hektisch werden, das Holz wird schon irgendwie verschwinden.

Tat es natürlich nicht.

Aber mit vereinten – nun ja, zumindest einigen – Kräften entstand schließlich eine schmale Schneise durch den schwimmenden Wald. Boote durch. Segler durch. Los ging’s.

Nordwind: Wo kommt er denn jetzt schon wieder her?
Am Vormittag standen drei Wettfahrten an. Der Nordwind frischte zeitweise bis auf etwa vier Windstärken auf und machte das, was der Wind in Colico offenbar besonders gerne macht: drehen.

Und zwar nicht ein bisschen.

Winddreher bis zu 30 Grad waren drin. Das Val Chiavenna auf der einen, das Valtellina auf der anderen Seite – dazwischen der See und wir mittendrin. Wer stumpf eine Seite des Kurses absegelte, konnte ziemlich schnell feststellen, dass der Wind inzwischen andere Pläne hatte.

Die Windkante zu erwischen war entscheidend. Links? Rechts? Wo kommt die nächste Böe herunter? Wo dreht es? Ein bisschen Segeln, ein bisschen Wetterlesen und zwischendrin gepflegtes Rätselraten.

Nach drei Wettfahrten bei Kälte war der Akku jedenfalls schon ordentlich angeknabbert.

Mittagspause.

Und dann kam das Holz zurück
Nachmittags setzte die Thermik ein.

Schön, könnte man meinen.

Allerdings hatte die Thermik noch jemanden dabei: unser Schwemmholz.

Was inzwischen gemütlich Richtung Süden getrieben war, kam mit dem neuen Wind wieder zurück nach Colico. Also dasselbe Spiel von vorne. Holz vor der Einfahrt. Holz im Wasser. Holz überall.

Irgendwie kamen wir trotzdem wieder hinaus.

Auch beim letzten Lauf des Tages war nichts mit Gemütlichkeit Der Himmel war klar, die Thermik baute sich richtig auf und plötzlich war wieder ordentlich Musik im See.

Nach insgesamt vier Wettfahrten war dann auch wirklich genug Europe gesegelt.

Am Abend lud der Club zum italienischen Abendessen. Sehr nett, sehr gesellig und genau die richtige Gelegenheit, den Tag noch einmal durchzukauen.

Allzu alt wurde allerdings niemand.

Nach Kälte, Nordwind, Winddrehern, vier Wettfahrten, Thermik und einem halben Wald im Hafen war bei den meisten schlicht der Stecker gezogen.

Italienische Europe Meisterschaft
Italienische Europe Meisterschaft

Sonntag: Jens Zweiter. Fast. Sehr fast. Und letztendlich doch.

Sonntagmorgen waren die Karten wieder komplett neu gemischt. Startbereitschaft diesmal erst um 11 Uhr. Die Idee: nicht gegen den Comer See arbeiten, sondern die früh einsetzende Thermik gleich mitnehmen.

Zunächst funktionierte das auch ganz wunderbar. Bei moderaten zwei Windstärken ging es los. Entspanntes Europe-Segeln. Fast schon verdächtig entspannt.

Und Jens?

Der lag kurz vor dem Ziel auf Platz zwei.

Nur noch eine Boje runden. Dann Richtung Ziel. Fertig.

Denkste.

Die Wettfahrt wurde abgeschossen.

Warum? Wusste erst einmal kein Mensch. Allgemeines Schulterzucken auf dem Wasser. Wir warteten. Und warteten.

Schließlich kam die Erklärung: Eine der GPS-gesteuerten Regattabojen hatte sich selbstständig gemacht. Warum genau, blieb ungeklärt. Vielleicht Technik. Vielleicht Schwemmholz. Vielleicht hatte so ein kapitaler Baumstamm beschlossen, dass ihm die Boje im Weg steht.

Wie auch immer: Die Position stimmte nicht mehr, die Wettfahrt war damit hinfällig.

Jens’ zweiter Platz ebenfalls.

Danke auch.

Warten auf Wind – bis davon reichlich da ist
Nun hatten wir Zeit.

Und die Thermik ebenfalls.

Während die Wettfahrtleitung das Bojenproblem sortierte, entwickelte sich der Comer See prächtig weiter. Der Wind legte zu. Und legte noch etwas zu.

Als es endlich wieder losging, hatte die Thermik ziemlich genau ihren kräftigsten Teil des Tages erreicht.

Jetzt wurde es sportlich.

Für einige irgendwann zu sportlich. Manche starteten noch, brachen dann ab und fuhren an Land. Andere segelten die Wettfahrt fertig und beschlossen anschließend: Das reicht für heute. Wieder andere nahmen auch die nächste Wettfahrt noch mit.

So kamen am Ende sechs gültige Wettfahrten für die Meisterschaft zusammen.

Und irgendwann hatte jeder persönlich entschieden, wann der eigene Comer-See-Akku endgültig leer war.

Holz. Natürlich wieder Holz.
Wer glaubte, mit der Entscheidung „Ich fahre jetzt rein“ sei die Sache erledigt, hatte die Rechnung allerdings ohne unseren alten Bekannten gemacht.

Das Schwemmholz war wieder da.

Das Landteam kämpfte inzwischen permanent darum, wenigstens eine halbwegs brauchbare Schneise zum Club freizuhalten. Kaum war eine Lücke geschaffen, schwammen die nächsten Äste, Stämme und Baumteile hinein.

Für jeden Heimkehrer sah die Situation deshalb etwas anders aus.

Die Glücklichen erwischten gerade eine freie Schneise und konnten irgendwie durchsegeln.

Die weniger Glücklichen standen vor einem geschlossenen Holzteppich.

Segel runter. Rein ins Wasser. Boot nehmen. Und dann das gute Stück schwimmend und ziehend zwischen Baumstämmen hindurch Richtung Land bugsieren.

Segelsport kann so elegant sein.

Chapeau ans deutsche Team
Und an dieser Stelle muss ausdrücklich etwas gesagt werden:

Chapeau an das deutsche Team.

Wer seine Wettfahrt beendet hatte und bereits an Land war, verschwand nicht einfach Richtung Dusche oder trockene Klamotten. Stattdessen standen die Leute wieder im Wasser, schoben Stämme zur Seite, hielten die Schneise offen und halfen den nächsten Seglern herein.

Das war nicht spektakulär. Es gab dafür keine Punkte. Keine Pokale. Keine Ergebnisliste.

Aber ohne diese Hilfe wäre der Weg zwischen Comer See und Land für einige ziemlich schwierig geworden.

Gegen 17 Uhr waren schließlich auch die letzten Segler wieder an Land.

Dann fehlte nur noch die Siegerehrung.

Die zog sich bis ungefähr 19.30 Uhr.

Und danach?

War endgültig Feierabend.

Sechs gültige Wettfahrten, Flaute, Regen, Kälte, Thermik, Starkwind, GPS-Bojen mit Freiheitsdrang und gefühlt der halbe Alpenwald im Comer See.

Mehr italienische Meisterschaft hätte in dieses Wochenende vermutlich kaum noch hineingepasst.

Team Deutschland bei der itralienischen Europe Meisterschaft 2026
Varista Seggerling Cup & Meckatzer Europe Cup: Survival-Training & Genuss

Varista Seggerling Cup & Meckatzer Europe Cup: Survival-Training & Genuss

Es gibt Regatten, da spricht man hinterher über Winddreher, Startlinien und Taktik. Und dann gibt es Wochenenden wie den 13. und 14. Juni 2026 am Rottachsee. Da spricht man über Fallböen, Windstärken, Wellenberge, Heldentaten, Kässpatzen, Gyros – und darüber, dass Segeln manchmal einfach die schönste Form von Wahnsinn ist. Parallel gingen an diesem Wochenende der Varista Seggerling Cup mit 10 Meldungen und der Meckatzer Europe Cup mit 17 Meldungen an den Start. Also eigentlich. Denn der Wind hatte eigene Pläne. Große Pläne. Sehr große Pläne.

Wetterkino mit ordentlich Dynamik

Schon die Tage vorher war klar: Deutschland steht auf Durchzug. Nach sehr kalten Nächten wurde es langsam wieder wärmer, dazu blauer Himmel, Sonne – und schwarze und weiße Wolken, die in dicken Paketen über den See jagten. Glasklare Sicht, saubere Luft und eingebaute Windmaschine auf Stufe „sportlich bis leicht irre“. Der Rottachsee sah fantastisch aus. Und gleichzeitig so, als würde er sagen: „Na, traut ihr euch?“

Freitagabend: Kässpatzen für 30 Segler

Schon am Freitagabend wurde die Grundlage gelegt. Frische Kässpatzen für 30 Segler. Und wer nach Anreise, Aufbau und erstem Wettercheck eine dampfende Portion Kässpatzen bekommt, weiß: Dieses Wochenende meint es gut, weil Kässpatzen sind im Allgäu ja kein Gericht. Sie sind eine Haltung.

Stimmung: bestens.
Teller: voll.
Vorfreude: groß.
Windprognose: eher frech.

Am Samstag hieß es erst einmal: Startverschiebung.

Nicht, weil niemand Lust hatte. Sondern, weil zu viel Wind auf dem See stand. Und wenn am Rottachsee zu viel Wind steht, dann steht er nicht einfach nur herum. Dann springt er. Dreht. Pfeift. Fällt von oben ein. Und macht aus harmlosen Wasserflächen ein ziemlich lebendiges Fitnessstudio mit weißen Schaumkronen.

Die Europes gehen raus – die Seggerlinge bleiben klug

Die meisten Seggerlinge blieben am Samstag an Land. Bei diesen Verhältnissen war das keine Schwäche, sondern gesunder Menschenverstand. Mit ihren doch sehr üppig betuchten Jollen war die Gefahr, dass etwas kaputtgeht doch recht groß. Relativ vereint, waren sie am Anfang, die Segler.

Die Europe-Segler waren gespalten. Während manche wenige schon über fantastische Segelbedingungen schwadronierten, waren die Hälfte schon eher skeptisch.

Und dann wurde es ernst.

Drei Wettfahrten für die Europes
1. Wettfahrt:
5 bis 6 Beaufort, in Böen teilweise 7. Also kein Segeln, sondern Charakterbildung mit Pinne.

2. Wettfahrt:
4 bis 5 Beaufort, in Böen 6, dazu stark drehend. Böen mit 20 bis 25 Grad Dreher. Da konnte man Pläne machen. Der Wind hatte trotzdem bessere.

3. Wettfahrt:
5 Beaufort, mit wenigen Böen um gute 6. Für diesen Tag fast schon die gemütliche Nachmittagsvorstellung. Also relativ. Sehr relativ.

Das Ganze war weniger entspanntes Dahingleiten als vielmehr Survival-Training mit Segelnummer. Sportlich könnte man sagen. Sehr sportlich. Da wurden nicht nur Segel, sondern auch Nerven, Oberschenkel und Reaktionsvermögen einmal kräftig durchgewaschen. Aber: Die Sonne kam tagsüber immer wieder durch, es wurde warm, die Stimmung war superklasse. Der Wind blieb zickig. Aber irgendwie auch klasse sympathisch.

Kurzes Dreieck, großes Danke

Am hinteren Teil des Sees baute sich zusätzlich eine ordentliche Welle auf. Teilweise fast einen Meter hoch und sehr knapp nacheinander. Und wer den Rottachsee kennt, weiß: Das ist dann kein nettes Plätschern mehr, sondern eine Einladung zum Fluchen in mehreren Dialekten. Zum Glück setzte die Wettfahrtleitung das Dreieck relativ kurz. So musste niemand in den unteren Teil des Sees, wo die Welle richtig unangenehm wurde. Eine sehr gute Entscheidung. Souverän, umsichtig und mit viel Gefühl für die Bedingungen. Ganz großes Danke dafür.

Und überhaupt: Die Sicherheit auf dem Wasser war jederzeit spürbar. Durch die Rettungsboote, durch die Aufmerksamkeit der Wettfahrtleitung und durch Markus, der wie immer als Bojenleger unterwegs war und auch Rettungseinsätze fuhr, fühlte man sich trotz dieser wilden Bedingungen gut aufgehoben. Das muss man an so einem Wochenende erst einmal schaffen: Wind wie im Schleudergang – und trotzdem Vertrauen auf dem Wasser.

Anlanden mit Fallböen: Teamwork statt Hafenkino

Wer nicht draußen war, war deshalb noch lange nicht untätig. Besonders stark war, wie die an Land gebliebenen Seglerinnen und Segler beim Anlanden halfen. Und das war bei diesen Böen wirklich kein kleiner Freundschaftsdienst. Teilweise kamen die Böen als Fallböen über den See. Da wird aus „Ich lege mal eben an“ schnell ein sehr dynamisches Gemeinschaftsprojekt mit nassen Beinen, vollem Körpereinsatz, langen Armen und erhöhtem Puls.

Aber genau da zeigte sich, was so ein Regattawochenende ausmacht: Zusammenhalt. Aufmerksamkeit. Anpacken. Kein großes Gerede, einfach helfen. Großartig.

Samstagabend: Gyros, Salate und Tzatziki gegen den Muskelkater

Nach diesem Samstag war klar: Die Segler hatten sich ihr Abendessen verdient. Sehr verdient. Es gab Gyros, viele Salate und ein wunderbares Tzatziki. Und plötzlich war alles wieder gut. Der Wind wurde etwas schöner geredet, die Böen wurden in den Erzählungen noch ein bisschen größer, und jeder wusste: Genau deshalb fährt man Regatta. Wegen dieser Mischung aus Anstrengung, Adrenalin, Gemeinschaft und Essen, das nach so einem Tag doppelt so gut schmeckt.

Sonntag: Auch die Seggerlinge starten

Am Sonntag gingen dann beide Klassen aufs Wasser. Für die Seggerlinge und die Europes gab es eine Wettfahrt bei 4 bis 5 Beaufort, in Böen 6 und weiterhin drehendem Wind. Auch das war kein Spaziergang. Aber nach dem Samstag hatte sich die Definition von „viel Wind“ bei einigen vermutlich ohnehin verschoben. Bei den Europes standen am Ende vier gültige Wettfahrten. Damit gab es einen Streicher. Und damit auch ein Ergebnis, das zu diesem wilden Wochenende passte.

Nicht alle gingen raus – völlig nachvollziehbar

Bei den Europes starteten fünf Segler gar nicht. Bei den Seggerlingen gingen vier Boote überhaupt nicht an den Start. Und ehrlich: Bei diesen Bedingungen war das absolut nachvollziehbar. Regatta ist Sport. Aber Regatta ist auch Einschätzung. Material, Können, Bedingungen, Bauchgefühl. Wer draußen war, hatte alle Hände voll zu tun. Wer drinnen blieb, hatte gute Gründe und einen ehrlichen Blick auf sich selbst. An diesem Wochenende musste niemand beweisen, dass der Rottachsee stärker sein kann als man selbst. Das wusste man auch so.

ERGEBNISSE

Meckatzer Europe Cup: 

Bei den Europes dominierte ein starkes Trio mit deutlichem Abstand zum restlichen Feld.

1. Platz: Paul-Jannik Haufe
2. Platz: Sandra Diebel
3. Platz: Annika Haufe

Das war echte Segelpower. Und dazu Frauenpower satt auf den Plätzen zwei und drei. Diese drei Segler hingen die Messlatte sehr hoch. Chapeau! Böen? Dreher? Druck? Alles offenbar nur zusätzliche Dekoration. Respekt. Das war stark.

Varista Seggerling Cup: 

Bei den Seggerlingen setzte sich Jörn Töne durch.

1. Platz: Jörn Töne
2. Platz: Achim Ramp
3. Platz: Thomas Böttinger

Auch hier: starke Leistung bei Bedingungen, bei denen schon das sichere Ankommen ein eigener kleiner Pokal gewesen wäre.

 

Was sonst noch erwähnenswert war

Pluspunkte: 800 Kilometer Anfahrt – für Wind, Welle und Kässpatzen
Besonders schön: Der am weitesten angereiste Teilnehmer hatte rund 800 Kilometer Anfahrt. Und er kommt schon seit einigen Jahren immer wieder an den Rottachsee.
Auch die zweitweiteste Anreise war beachtlich: 600 Kilometer vom Mondsee. Auch diese Segler sind seit Jahren regelmäßig dabei.
Das sagt viel über diese Regatta. Über den See. Über den Verein. Über die Stimmung.

Quintessenz:
Ein Wochenende wild, spannend, außergewöhnlich und schön.

 

Hier noch ein weiterer Bericht der Seggerling Segler

Arbeitstag 18.10.2025

Arbeitstag 18.10.2025

Raus, rein, abgebaut & geputzt – Arbeitstag am See

Sonne satt, Ostwind schneidend – perfektes Wetter zum Boote schrubben, Hecke stutzen und Dach putzen. Und obwohl im Vorfeld gebeten wurde, sich anzumelden, trudelten statt der gemeldeten 25 Helfer:innen über 50 Leute ein. Der Rottachsee kann eben auch spontan.

Von Hecke bis Küchenfuge

Was wurde nicht alles gewuppt:
– Hecken gestutzt
– Dach gereinigt
– Steg aus dem Wasser gezogen
– Clubboote verräumt
– das wuchernde Pflanzenboot endlich entwurzelt
– Küche geputzt bis in die Ritzen
– Holzteile erneuert, Rasen gemäht

Horst, Felix und Nadja managten das Ganze souverän – zwischen Motorsense, Werkzeugkiste und Clubbooten. Und ja: Das Essen wurde knapp. Erst mal bekamen die Angemeldeten ihre Portion, dann der Rest – wer angemeldet schufftet, futtert zuerst. Klare Sache. Und vielleicht klappts dann ja auch im Frühjahr mit der Anmeldung zum Arbeitstag 😉 Alle packten mit an, alle wurden satt, alle hatten am Ende ordentlich Farbe im Gesicht – sei’s vom Wind oder vom Einsatz.

Ehrenamt? Ja!

Aber Eltern sind auch in der Pflicht

Ein großes Lob an Nico, Elena und Max – die drei Jugendlichen, die mit voller Power dabei waren und mitangepackt haben, als ginge es um ihr eigenes Boot. Und danke auch an die Trainer:innen, die – wie schon vor Wochen angekündigt – nach dieser Saison aufhören werden. Ihr habt viele Jahre lang viel Herzblut ins Jugendtraining gesteckt.

Was schade war: Dass nicht mehr Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern beim Arbeitstag mitgeholfen haben. Denn: Segeltraining ist zwar kostenfrei – aber nicht umsonst. Boote, Material, Zeit und Engagement kommen nicht aus dem Nichts. Ohne gemeinsames Anpacken wird es schwierig, das alles auf Dauer zu stemmen. Das Ehrenamt lebt vom Miteinander – und gerade hier wäre mehr Unterstützung einfach schön gewesen.

Danke – und bis bald, Rottachsee!

Trotz allem: Ein großes Dankeschön an alle fleißigen Hände, die da waren. Die geschuftet, geschleppt, geschrubbt, geschnitten, geschraubt und gespült haben. Ohne euch wäre der Club kein Club, sondern einfach nur ein Gelände mit Booten.

Wir wünschen allen eine schöne, erholsame Wintersaison – mit warmen Getränken, trockenen Füßen und vielleicht auch ein bisschen Vorfreude. Denn nach dem Herbsteinsatz ist, wie immer, vor der nächsten Segelsaison. Und die kommt. Ganz sicher. Mit Wind. Und Kuchen. Und hoffentlich: mit euch allen wieder an Bord.

 

Arbeitstag am Rottachsee 2025 - 3
Arbeitstag am Rottachsee 2025 - 2
Arbeitstag am Rottachsee 2025 - 1

Absegeln 2025 beim SSG-Rottachsee e.V.

Absegeln 2025 beim SSG-Rottachsee e.V.

Hauptsache Wind

Ein sakrisch kalter Herbsttag. Regenschwaden stauten sich am Alpenrand. Überraschenderweise schien im Unterland die Sonne, am Rottachsee dagegen: maximale Bewölkung. Und ein Ostwind, der durch Mark und Neopren zog.

Knapp 30 Unerschrockene stellten sich der Kälte – auf dem Segelboot oder als Wettfahrtleitung. „Hauptsache Wind“, war heldenhaft zu hören. Dabei wünschte sich so mancher, es wäre Flaute und man könnte am angeheizten Ofen sitzen, frei nach dem Gedanken: "Flaute kann auch schön sein". 

Aber Kneifen gilt nicht! "Hauptsache Wind" bleibt zu hören, und so wurden dicke Neos aus der Übrig-Kiste gezerrt, egal ob zu groß, zu kurz, zu eng. Alles wurde über den Body geschichtet, was das Zeug hielt – und manch eine(r) fragte sich ernsthaft, ob dieses Zwiebelmodell im Fall einer Kenterung überhaupt noch schwimmt. Die Mützen? Handgestrickt. Dick.

Fast keiner wollte als Weichei durchgehen. Und so wurde „Hauptsache Wind“ zum inoffiziellen Regatta-Motto. Zwei Stündchen frieren – das schaffen wir doch locker.

Kleine Boote, großer Auftritt

Cleverer Schachzug der Wettfahrtleitung: Die beiden Optis starteten einfach mit den Großen. „Damit die lieben Kleinen auch mal mehr Boote an der Startlinie haben“ – und: „Fahrt’s die Kleinen halt nicht gleich zusammen.“ Zeigt von doppeltem Mut. Als dann auch noch Olli mit dem Kite mitsprintete, bekam das Ganze eine ganz eigene Dynamik. Für zwei, drei Minuten sah’s aus wie ein echtes Multi-Klassenrennen – bis Olli bei gefühlter Runde 73 die Regatta sein ließ und lieber zum Spaß-Kiten überging ...

Zwei Runden, viele Geschichten

Und dann zogen wir das Absegelen 2025 souverän durch. Keine Pflanzkübel, keine Schnarchnasen – zwei Wettfahrten in 90 Minuten. Zack. Fertig. Es gab Tonnenberührungen, falsch angeknüpfte Gennaker, Fast-Kenterungen – und manch Crew war eher mit Rauchen beschäftigt, weil's halt kalt war. Ich selbst hatte mehrfach den Pinnenausleger ohne Pinne in der Hand. Geht nichts über kleine seglerische Herausforderungen 😉

Warme Suppe, kalte Nasen

An Land dann Kuchen. Und wie immer: alle helfen mit beim Küchendienst. Da sieht man gleich, ob ein Verein funktioniert, und wer sich gerne drückt. Eine warme Gulaschsuppe, eine lockere Siegerehrung und sympathische Stimmung rundeten das Schluß-Highlight am Segelclub Rottachsee ab.

 "S´war wieder soooo schön entspannt, sympathisch, sportlich"

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Bilder wer weiter Bilder hat sendet mir diese gerne zu
bilder@ssg-rottachsee.de oder per Whatsapp 01711211100 DANKE

Absegeln 2025 SSGR Opti

Absegeln 2025 SSGR

 

Absegeln am Rottachsee - Europe
Absegeln am Rottachsee - HobbieCat
Absegeln am Rottachsee - Team

Herbstregatta und Herbstfest am 20.09.2025

Herbstregatta und Herbstfest am 20.09.2025

Der Rottachsee zeigte sich von seiner spätsommerlichen Schokoladenseite: Strahlend blauer Himmel, goldene Sonnenstrahlen und Temperaturen zum Eislecken. Ein perfekter Tag für Segelsport – nur der Wind hatte offenbar Urlaub eingereicht. Die stabile Ostwindlage? Wurde kurzerhand vom Föhn ausgebremst.

Vereinsregatta bei Altweibersommer mit allem drum und dran

Sprich: Segeln wärmstens empfohlen, aber windstill

Startverschiebung um 13 Uhr, die Boote dümpelten, die Stimmung nicht: Kaffee, Kuchen und gut gelaunte Menschen, füllten den Nachmittag mit Geschichten, Lachen und dem hoffnungsvollen Blick auf spiegelglattes Wasser.

16 Uhr dann Action light: 1–2 Beaufort aus Ost, mit ein paar Löchern – aber egal, endlich ein bisschen Regatta-Feeling! Und die Wettfahrtleitung bewies Sachverstand und legte einen extrem kurzen Kurs. So, dass wir mit unserem Genacker ernsthaft überlegten, ob sich das Setzen dieses Leichtstoffs überhaupt rentiert. Aber Wettkampf ist Wettkampf, deshalb voller Einsatz.  😉 Nach einer knappen halben Stunde hatten’s alle ins Ziel geschafft. Motivation: top. Wind: na ja.

Zweiter Start, gleiche Hoffnung. Die Boote wackelten, die Segler werkelten – der Wind allerdings war anderer Meinung. Nach der ersten Kreuz war schon fast nichts mehr an Luftzug vorhanden. Die Wettfahrtleitung wechselte kurzerhand vom Start- ins Zielboot, die Bahn wurde verkürzt. Einige Segler winkten ab und schipperten heimwärts, andere kämpften sich durch – jeder, wie er mochte.

Chapeau! Für unsere Optisegler

Die große Überraschung. Unsere vier jüngsten Segler in den Optis? Zeigten, wie’s geht. Seite an Seite, konzentriert und fair über die Ziellinie – mit kaum einem Luftzug dazwischen. Ganz großes Kino. Perfekt, ihr Optihelden!

Herbstfest des SSGR & Genuss

Danach wurde’s gemütlich: Boote wegräumen, Grill anwerfen, Salate auspacken. Die Grillmeister bruzzelten ambitioniert, die Stimmung war locker-leicht. Einziger kleiner Schatten: Es gibt sie noch, die unsichtbaren Hände, die nie mithelfen. Während die „üblichen Verdächtigen“ wieder einmal anpackten. Und das, obwohl sie vorher um jeden Meter auf der Regattabahn gekämpft haben.
Nur so als Gedanke:

Vereinsleben lebt vom Mitmachen – nicht vom Zuschauen.

Siegerehrung um 20 Uhr: Ritter Sport für alle! Dank an Fabian Schreiber und Ulli Heerdegen fürs Sponsoring. Nur einer ging leer aus – ein Steuermann aus dem vorderen Feld, der die Schwimmweste für überflüssig hielt. Regel ist Regel. Sicherheit geht vor.

Fazit:

Sonne, Segel, Salat, Schokolade – und ein Verein, der auch bei Flaute glänzt. Danke an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben. Wetter gut, Stimmung top, Wind ausbaufähig. Aber sowas nennt man wohl: rundum gelungen.

Wer noch Bilder hat gerne her damit an 1.Vorstand@felixspring.de oder an Whatsapp +491711211100, danke