Varista Seggerling Cup & Meckatzer Europe Cup: Survival-Training & Genuss

Varista Seggerling Cup & Meckatzer Europe Cup: Survival-Training & Genuss

Es gibt Regatten, da spricht man hinterher über Winddreher, Startlinien und Taktik. Und dann gibt es Wochenenden wie den 13. und 14. Juni 2026 am Rottachsee. Da spricht man über Fallböen, Windstärken, Wellenberge, Heldentaten, Kässpatzen, Gyros – und darüber, dass Segeln manchmal einfach die schönste Form von Wahnsinn ist. Parallel gingen an diesem Wochenende der Varista Seggerling Cup mit 10 Meldungen und der Meckatzer Europe Cup mit 17 Meldungen an den Start. Also eigentlich. Denn der Wind hatte eigene Pläne. Große Pläne. Sehr große Pläne.

Wetterkino mit ordentlich Dynamik

Schon die Tage vorher war klar: Deutschland steht auf Durchzug. Nach sehr kalten Nächten wurde es langsam wieder wärmer, dazu blauer Himmel, Sonne – und schwarze und weiße Wolken, die in dicken Paketen über den See jagten. Glasklare Sicht, saubere Luft und eingebaute Windmaschine auf Stufe „sportlich bis leicht irre“. Der Rottachsee sah fantastisch aus. Und gleichzeitig so, als würde er sagen: „Na, traut ihr euch?“

Freitagabend: Kässpatzen für 30 Segler

Schon am Freitagabend wurde die Grundlage gelegt. Frische Kässpatzen für 30 Segler. Und wer nach Anreise, Aufbau und erstem Wettercheck eine dampfende Portion Kässpatzen bekommt, weiß: Dieses Wochenende meint es gut, weil Kässpatzen sind im Allgäu ja kein Gericht. Sie sind eine Haltung.

Stimmung: bestens.
Teller: voll.
Vorfreude: groß.
Windprognose: eher frech.

Am Samstag hieß es erst einmal: Startverschiebung.

Nicht, weil niemand Lust hatte. Sondern, weil zu viel Wind auf dem See stand. Und wenn am Rottachsee zu viel Wind steht, dann steht er nicht einfach nur herum. Dann springt er. Dreht. Pfeift. Fällt von oben ein. Und macht aus harmlosen Wasserflächen ein ziemlich lebendiges Fitnessstudio mit weißen Schaumkronen.

Die Europes gehen raus – die Seggerlinge bleiben klug

Die meisten Seggerlinge blieben am Samstag an Land. Bei diesen Verhältnissen war das keine Schwäche, sondern gesunder Menschenverstand. Mit ihren doch sehr üppig betuchten Jollen war die Gefahr, dass etwas kaputtgeht doch recht groß. Relativ vereint, waren sie am Anfang, die Segler.

Die Europe-Segler waren gespalten. Während manche wenige schon über fantastische Segelbedingungen schwadronierten, waren die Hälfte schon eher skeptisch.

Und dann wurde es ernst.

Drei Wettfahrten für die Europes
1. Wettfahrt:
5 bis 6 Beaufort, in Böen teilweise 7. Also kein Segeln, sondern Charakterbildung mit Pinne.

2. Wettfahrt:
4 bis 5 Beaufort, in Böen 6, dazu stark drehend. Böen mit 20 bis 25 Grad Dreher. Da konnte man Pläne machen. Der Wind hatte trotzdem bessere.

3. Wettfahrt:
5 Beaufort, mit wenigen Böen um gute 6. Für diesen Tag fast schon die gemütliche Nachmittagsvorstellung. Also relativ. Sehr relativ.

Das Ganze war weniger entspanntes Dahingleiten als vielmehr Survival-Training mit Segelnummer. Sportlich könnte man sagen. Sehr sportlich. Da wurden nicht nur Segel, sondern auch Nerven, Oberschenkel und Reaktionsvermögen einmal kräftig durchgewaschen. Aber: Die Sonne kam tagsüber immer wieder durch, es wurde warm, die Stimmung war superklasse. Der Wind blieb zickig. Aber irgendwie auch klasse sympathisch.

Kurzes Dreieck, großes Danke

Am hinteren Teil des Sees baute sich zusätzlich eine ordentliche Welle auf. Teilweise fast einen Meter hoch und sehr knapp nacheinander. Und wer den Rottachsee kennt, weiß: Das ist dann kein nettes Plätschern mehr, sondern eine Einladung zum Fluchen in mehreren Dialekten. Zum Glück setzte die Wettfahrtleitung das Dreieck relativ kurz. So musste niemand in den unteren Teil des Sees, wo die Welle richtig unangenehm wurde. Eine sehr gute Entscheidung. Souverän, umsichtig und mit viel Gefühl für die Bedingungen. Ganz großes Danke dafür.

Und überhaupt: Die Sicherheit auf dem Wasser war jederzeit spürbar. Durch die Rettungsboote, durch die Aufmerksamkeit der Wettfahrtleitung und durch Markus, der wie immer als Bojenleger unterwegs war und auch Rettungseinsätze fuhr, fühlte man sich trotz dieser wilden Bedingungen gut aufgehoben. Das muss man an so einem Wochenende erst einmal schaffen: Wind wie im Schleudergang – und trotzdem Vertrauen auf dem Wasser.

Anlanden mit Fallböen: Teamwork statt Hafenkino

Wer nicht draußen war, war deshalb noch lange nicht untätig. Besonders stark war, wie die an Land gebliebenen Seglerinnen und Segler beim Anlanden halfen. Und das war bei diesen Böen wirklich kein kleiner Freundschaftsdienst. Teilweise kamen die Böen als Fallböen über den See. Da wird aus „Ich lege mal eben an“ schnell ein sehr dynamisches Gemeinschaftsprojekt mit nassen Beinen, vollem Körpereinsatz, langen Armen und erhöhtem Puls.

Aber genau da zeigte sich, was so ein Regattawochenende ausmacht: Zusammenhalt. Aufmerksamkeit. Anpacken. Kein großes Gerede, einfach helfen. Großartig.

Samstagabend: Gyros, Salate und Tzatziki gegen den Muskelkater

Nach diesem Samstag war klar: Die Segler hatten sich ihr Abendessen verdient. Sehr verdient. Es gab Gyros, viele Salate und ein wunderbares Tzatziki. Und plötzlich war alles wieder gut. Der Wind wurde etwas schöner geredet, die Böen wurden in den Erzählungen noch ein bisschen größer, und jeder wusste: Genau deshalb fährt man Regatta. Wegen dieser Mischung aus Anstrengung, Adrenalin, Gemeinschaft und Essen, das nach so einem Tag doppelt so gut schmeckt.

Sonntag: Auch die Seggerlinge starten

Am Sonntag gingen dann beide Klassen aufs Wasser. Für die Seggerlinge und die Europes gab es eine Wettfahrt bei 4 bis 5 Beaufort, in Böen 6 und weiterhin drehendem Wind. Auch das war kein Spaziergang. Aber nach dem Samstag hatte sich die Definition von „viel Wind“ bei einigen vermutlich ohnehin verschoben. Bei den Europes standen am Ende vier gültige Wettfahrten. Damit gab es einen Streicher. Und damit auch ein Ergebnis, das zu diesem wilden Wochenende passte.

Nicht alle gingen raus – völlig nachvollziehbar

Bei den Europes starteten fünf Segler gar nicht. Bei den Seggerlingen gingen vier Boote überhaupt nicht an den Start. Und ehrlich: Bei diesen Bedingungen war das absolut nachvollziehbar. Regatta ist Sport. Aber Regatta ist auch Einschätzung. Material, Können, Bedingungen, Bauchgefühl. Wer draußen war, hatte alle Hände voll zu tun. Wer drinnen blieb, hatte gute Gründe und einen ehrlichen Blick auf sich selbst. An diesem Wochenende musste niemand beweisen, dass der Rottachsee stärker sein kann als man selbst. Das wusste man auch so.

ERGEBNISSE

Meckatzer Europe Cup: 

Bei den Europes dominierte ein starkes Trio mit deutlichem Abstand zum restlichen Feld.

1. Platz: Paul-Jannik Haufe
2. Platz: Sandra Diebel
3. Platz: Annika Haufe

Das war echte Segelpower. Und dazu Frauenpower satt auf den Plätzen zwei und drei. Diese drei Segler hingen die Messlatte sehr hoch. Chapeau! Böen? Dreher? Druck? Alles offenbar nur zusätzliche Dekoration. Respekt. Das war stark.

Varista Seggerling Cup: 

Bei den Seggerlingen setzte sich Jörn Töne durch.

1. Platz: Jörn Töne
2. Platz: Achim Ramp
3. Platz: Thomas Böttinger

Auch hier: starke Leistung bei Bedingungen, bei denen schon das sichere Ankommen ein eigener kleiner Pokal gewesen wäre.

 

Was sonst noch erwähnenswert war

Pluspunkte: 800 Kilometer Anfahrt – für Wind, Welle und Kässpatzen
Besonders schön: Der am weitesten angereiste Teilnehmer hatte rund 800 Kilometer Anfahrt. Und er kommt schon seit einigen Jahren immer wieder an den Rottachsee.
Auch die zweitweiteste Anreise war beachtlich: 600 Kilometer vom Mondsee. Auch diese Segler sind seit Jahren regelmäßig dabei.
Das sagt viel über diese Regatta. Über den See. Über den Verein. Über die Stimmung.

Quintessenz:
Ein Wochenende wild, spannend, außergewöhnlich und schön. 

Osterregatta am Goldkanal 2026

Osterregatta am Goldkanal 2026

Es ist März und meistens kalt. Aber eine echte Europe-Seglerin und den dazugehörigen Europe-Segler schreckt nichts. Und so haben wir für uns die neue Segelsaison am Goldkanal mit der alljährlichen Osterregatta eröffnet.

Die Anreise war am Karfreitag recht entspannt und es gab, wie immer nach dem diesmal wirklich laaangen Winter (kurz vor der Regatta gab es nochmal gut Schnee im Allgäu) das gewohnte „große Hallo“ mit herzlichen Drückern und einem “ schön, euch endlich wiederzusehen“ … am Freitagnachmittag gab es noch ein RCR-Internes Training, bei dem aber auch jeder, der Lust hatte, teilnehmen durfte… Es hatte stattliche 4 Bft Wind aus SW, war sehr böig mit vielen Drehern…. Fast perfekt zum anfangen 😉

Am Abend wurde der Grill angeheizt. Jeder, der angemeldet war, ließ es sich schmecken und spendete auch ordentlich. Übrigens ein sehr stimmiges bezahlen, denn so wird auch den fleißigen Helferlein Respekt gezollt, und die Vereinskasse gefüllt.  Herzlichen Dank für die guten Leckereien, die auf und neben dem Grill plaziert waren.

Der 1. Regattatag startete ein wenig ungemütlich. Es nieselte immer mal wieder und es war den ganzen Tag eher Wolkenverhangen, entgegen der Wettervorhersage. Die letzten Regattateilnehmer trudeln auch nach und nach ein und bauten auf.
Der Wind war angenehm zu segeln, es wurden 2 Wettfahrten ausgetragen. Vorhergesagt waren 4 Bft aus SW, in Böen 6, die blieben aber weitestgehend aus, ein Dank an den lieben Petrus…
Der Samstag klang, wie üblich, mit dem Abendessen und einer anschließenden Tombola aus. Bevor es in die Koje ging, machten wir noch einen nächtlichen Spaziergang unter sternklarem Himmel…

Uiii, ist da nicht gerade der Osterhase um die Ecke gehoppelt?
Tatsächlich…

Am Sonntag früh fanden die Segler erst einmal kleine Osterüberraschungen auf den Booten, ein kleines Highlight vor den folgenden Wettfahrten. Der Wind ließ auch nicht lange auf sich warten und entsprach tatsächlich der Vorhersage der Wetterdienste: 4 Bft aus SW, in Böen 6 und Sonnenschein. Es zischte zeitweise schon ordentlich und frischte im Laufe des Tages noch einmal gut auf. Einige Seglerinnen und Segler haben recht bald den Weg zurück in den Hafen gewählt (u. a. ich), während die ganz unerschrockenen ihren „Spaß“ hatten ( z.B. Jens).

Mit der Siegerehrung und einem abschließenden Gruppenfoto aller Teilnehmer war unsere erste Regatta der Saison nun abgeschlossen. Die Heimreise haben wir in einem Rutsch und ohne Stau bewältigt.

An dieser Internationalen Osterregatta am Goldkanal haben 23 Europe- und 30 Finnsegler teilgenommen.
Bei den Europes haben den 1. und den 2. Platz Elisa Kebschull und Pilar Hernandez-Mesa (beide vom RCR) belegt und Platz 3 ersegelte sich Jens.

Wir fahren immer gerne zum Goldkanal, nicht nur zum Segeln, auch um Freundschaften zu pflegen … wir freuen uns schon auf die Herbstregatta im RCR.

Wir grüßen euch alle herzlich …
Eure/Euer
Simone       und       Jens
GER 1474               GER 1638

Europe Segeln am Goldkanal
Europe Segeln am Goldkanal Ostern 26
Ruppiger Wind bei der Osterregatta am Goldkanal 2026
Doppelbericht aus der Europe-Szene: Herbstwind & Europetrichter Regatta

Doppelbericht aus der Europe-Szene: Herbstwind & Europetrichter Regatta

Zum Saison-Ende lockt immer der Goldkanal und die Regatta am Brombachsee. Seit Jahren fixe Termine in unserem Regatta-Kalender.

Am Goldkanal zur Herbstwindregatta am 27./28.09.25

Wir kamen, wie immer, am Freitag Abend an, richteten unser mobiles zu Hause ein und bauten die Boote halbwegs auf. Anschließend verbrachten wir noch einen netten Abend bei Wein und Keksen mit den Europeseglern, die schon da waren. Der Samstag startete recht gechillt: gemütliches Frühstück, Boote segelfertig aufbauen, zur Regatta anmelden, Steuerleutebesprechung… Alles wie gewohnt.

Samstags hieß es: warten… auf Wind… Dabei wurden wir gut verköstigt. Bratwurstsemmel, Kuchen, Kaffee… Deus Ventus ließ halt auf sich warten. Wir Europesegler können uns aber auch gut anderweitig beschäftigen.
Sonntags kamen wir dafür in den Genuss, 4 Wettfahrten zu segeln. Anfangs war der Wind etwas zaghaft, baute sich aber von Wettfahrt zu Wettfahrt gut auf. Bei den Tonnenrundungen wurde es tatsächlich auch sehr spannend, wenn ganze Seglerknäuel anrückten.

Wieder an Land kam es auch bald zur Siegerehrung und 20 Europesegler warteten gespannt auf ihre Platzierungen. 
Wir SSGR’ler haben Platz 2 (Jens) und Platz 12 (Simone) belegt.

Legendäre Brombachsee Regatta

Nach der Regatta beim RCR stand nun noch der Brombachsee am 11. und 12.10.25 als Saisonabschluss auf dem Plan. Man merkt, dass diese Regatta einen gewissen Kultstatus hat, reihten sich doch die Bobbycars schon aneinander…
Hier waren 38 Segler gemeldet. Anscheinend hat Deus Ventus sich am Goldkabal zu sehr verausgabt, da der Wind nun am Brombachsee auf sich warten ließ. Zwar hieß es am Samstag: warten auf dem Wasser, aber das schüchterne Lüftchen zog es vor, sich ganz zurück zu ziehen. Also wieder an Land. Abends gab es Burger mit Salat.

Das Alternativprogramm am Sonntag war auch nicht ohne: machten wir halt ein Mini-Auto-Rennen den Berg hinunter. Manch einer hatte so viel Schwung, dass es bis zur Slipanlage und in den See gereicht hätte, der jeweilige Fahrer bog aber vorher ab. Auch Spaziergänge wurden gemacht oder „Uno flip“ gespielt, wir hatten ja Zeit. 
Statt einer Siegerehrung gab es zunächst eine Preisverleihung. Zusätzlich wurde wieder der Wanderpreis der Süddeutschen Europe-Meisterschaft vergeben. Jeder wurschtelte und werkelte noch, um die Boote zu verladen und dann wurde wieder, schweren Herzens, Abschied genommen.

Man wünschte sich schon Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, gefolgt von Helau, bis zum nächsten Wiedersehen an Ostern. Wir freuen uns schon darauf.

Ein dickes Dankeschön an die Land- und Wasserteams beim RCR am Goldkanal und YCN am Brombachsee. Wir kommen wieder…

Es grüßen euch zum Saisonende

Simone und Jens
GER 1474 GER 1638

Europe Regatta in Partwitz 2025

Europe Regatta in Partwitz 2025

| Bericht von Florian Sonneck |

Im Mittelpunkt stand die Europe-Klasse, die mit 38 Meldungen und 35 gestarteten Booten das größte Feld stellte. Schon am ersten Start war spürbar, wie eng die Entscheidungen ausfallen würden. Den Sieg holte sich schließlich der Tscheche Tomáš Mlejnek, der mit einer konstant starken Serie seine internationale Klasse unter Beweis stellte. Lukas Schmidtchen (SG Seeburg) erkämpfte sich den zweiten Platz, während sich Janko Dietz (Segelclub Turbine Bleiloch) in einem Herzschlagfinale knapp gegen Anne Marung (Berliner Segel-Club) behauptete und Dritter wurde. Nur wenige Punkte trennten die ersten fünf – ein eindrucksvolles Zeugnis für die Leistungsdichte in dieser Klasse.

Europe-Klasse als Herzstück der Regatta

Ein besonderer Moment für unseren Verein

Für unseren Vereinskameraden Florian Sonneck wurde es ein Wochenende voller Höhen und Tiefen. Gleich im ersten Rennen gelang ihm ein nahezu perfekter Auftakt: Mit starkem Start lag er an der ersten Luvtonne auf Platz zwei, segelte das erste Dreieck sogar an der Spitze und erreichte schließlich Rang zehn. Ein beeindruckender Moment, der einmal mehr zeigte, dass sich Trainingsfleiß und Erfahrung auszahlen. In den folgenden Rennen machte sich jedoch die Unbeständigkeit des Windes bemerkbar: mit den Platzierungen 17, 21, einem RAF (retired after finish) nach einem Regelverstoß an der Leetonne und einem 22. Platz im letzten Lauf war die Serie nicht mehr ganz so erfolgreich. Dennoch überwog die Freude, bei einer der großen Europe-Regatten dabei gewesen zu sein – und der Stolz auf einen glänzenden Auftakt, der in Erinnerung bleibt.
Besonders erfreulich: Mit den gesammelten Ranglistenpunkten kletterte Florian in der Europe-Master-Rangliste nach den Regatten in Ratzeburg, bei der Meckatzer-Regatta und nun in Partwitz auf Platz 19 von 56. Herzlichen Glückwunsch! Und ein großes Bravo geht auch an Jens Morscheid, der aktuell auf Rang sechs liegt. Die vollständige Übersicht findet sich unter Europe-Klassenvereinigung Rangliste.

Fazit:
Die Jubiläumsregatta hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und herzlich der Segelsport in der Lausitz ist. Auf dem Wasser spannungsgeladene Wettfahrten, an Land helfende Hände, Kuchenbuffet und fröhliche Begegnungen – so bleibt das Wochenende in Erinnerung. Nach zehn Jahren hat sich die EurOpti-Regatta endgültig als fester und liebenswerter Bestandteil des Regattakalenders etabliert.

Europe-Training am Rottachsee: Spaß mit hohem Wiederholungsfaktor

Europe-Training am Rottachsee: Spaß mit hohem Wiederholungsfaktor

Eine Woche nach dem Meckatzer Europe Cup legte der Rottachsee richtig einen drauf. Diesmal: blauer Himmel, Sonnenschein, stabile Windverhältnisse und ein Trainingslager mit 14 hochmotivierten Europe-Segler:innen – von Anfänger bis Leistungsklasse, alles dabei. Und das Ganze mit einem Hauch Grillfeuerstimmung und einer Prise Vereinszauber.

Freitag: Anreise, Aufbau, Anpack-Mentalität

Bereits am Freitagnachmittag trudelten die ersten Boote samt Anhang ein. Kein großes Catering, keine steifen Strukturen – sondern jeder brachte etwas mit, die Töpfe dampften im Kollektiv und das kreative Chaos schmeckte hervorragend. Danke an Jens Morscheid und seine Frau – Organisation auf den Punkt, entspannt und trotzdem perfekt getaktet. Und an alle Damen, die selbstverständlich die Clubküche geentert hatten und dort ihre Zauberkünste walten ließen. 

Und ein unerwartetes Drama – Luisa verlor einen Schuh. Der örtliche Fuchs war der Übeltäter. Turnschuh geklaut, verschleppt – nicht auffindbar. Sollte also jemand demnächst am See einen einsamen, leicht angenagten Sneaker finden: bitte beim Segelclub abgeben. Es wäre das Happy End, das dieser Schuh verdient.

Samstag: Europe-Training mit Taktgefühl

Um 10:30 Uhr ging’s los. Zwei Beaufort, strahlende Sonne, glitzerndes Wasser. Trainer Tobi Lauerbach gab direkt die Richtung vor: Aufwärmen im Achterkurs zwischen zwei Tonnen, die ungefähr so weit auseinander lagen wie zwei Melonen in einem Einkaufskorb. Das Ergebnis: ordentlich Kuddelmuddel – und exakt das war gewollt. Manövertraining deluxe. Tobi beobachtete scharf, kommentierte klar und forderte direkt mehr Präzision. Keine Gnade für Schot-und Schwert-Schluderei.

Danach folgte ein Vorwindkurs quer über den See – bei aufkommendem Dreier-Wind. Ein Pfiff, eine Halse, ein „und los!“ – und schon wurde wieder gedrillt, was das Manöver hergibt. Sicherheit, Technik, Timing – alles mit hohem Lerneffekt, aber ohne Stress.

Dann: Startübungen, Wettfahrt, Feedback – Tobi in Topform, die Europe-Flotte mit Dampf auf der Kante. Es wurde geflucht, gestreckt, gelacht. Mit leicht unangenehmen Gefühl hörte man „Streck dich“, denn Tobis Mission lautete: waagrecht segeln, egal was die Bauchmuskeln dazu sagen.

Mittagspause: Kochtopf trifft auf erste Erschöpfungserscheinungen
Während die Segler mit müden Armen zurückkam, war am Ufer schon wieder Essensduft in der Luft. Gemeinschaftsessen Nummer zwei. Nudeln, Gemüse, Wurst, alles da – keine Orga, aber alles passte. Und vor allem: gute Laune, offene Münder und Magenknurren auf Regatta-Niveau.

Nachmittag: Wettfahrten & weniger Windschub
Zwei Stunden ging es nochmal raus – mit Start, Kurs, Korrektur. Die Boote zogen Bahn um Bahn, der See glitzerte, der Wind hielt. Ich verabschiedete mich da zwar schon, und zog die Ü60 Karte, aber die Jungs und Mädels auf dem Wasser draußen gaben weiter Vollgas. Man munkelt: einige hätten gerne mit mir getauscht.

Abend: Grill, Gschichtla und zufriedene Gesichter

Gemeinschaftliches Essen beim Europe Training am Rottachsee

Sonntag: Theorie, Tricks & ganz viel Dehnung

Am Sonntag: Bilderbuchwetter – aber leider windfrei. Also: Boote durchchecken. Tobi inspizierte Masten, Traveller, Niederholer. Es wurde gefachsimpelt, geschraubt und wieder gefachsimpelt. Danach: Theorieteil. Und endlich mal Antworten auf die Fragen des Lebens, die man sich noch nie getraut hat zu stellen.

  • Warum fährt man eigentlich an der Startlinie entlang? Was peilt man da eigentlich genau?
  • Welche Tonne ist bevorzugt?
  • Warum sind die anderen immer schneller?
  • Wo und wie hängen die Segler an der Startlinie herum?
  • Warum ist zu früh starten immer noch besser, als hinten abzuwarten?

Zwei Stunden pures Wissen, ganz ohne Formeldschungel. Dazu gesellten sich jede Menge Erfahrungstipps aus dem Europe-Leben.

Das große Finale: Yoga bei 30 Grad
Da immer noch kein Wind aufkam, holte Jens zum letzten Trick aus dem Ärmel: Yoga! Ja, richtig. Unter sengender Sonne gab’s Dehnung, Körperspannung und das sanfte Scheitern beim „Krieger“. Es knackte, es knirschte – und es fühlte sich am Ende doch irgendwie richtig gut an.

Yoga beim Europe Training

Fazit: Europe-Training 2025

Zwei Tage Europe pur: Segeln, Technik, Theorie, Lagerfeuerküche, Yogaschweiß und ein verschwundener Schuh. Großartige Stimmung, lehrreiches Training, eine Gemeinschaft, wie man sie sich wünscht. Danke an Tobi Lauerbach für seine unermüdliche Aufmerksamkeit. Danke an Jens und seine Frau für die Orga. Danke an alle Helfer – und natürlich an den SSGR Rottachsee.

Wir kommen wieder. Und dann mit festgebundenen Schuhen. Versprochen.

Meckatzer Finn & Europe Cup 2025 – Segelschlag, Kässpatzen & Vereinsgeist

Meckatzer Finn & Europe Cup 2025 – Segelschlag, Kässpatzen & Vereinsgeist

 Wenn zwei olympische Klassen (ehemals) aufeinandertreffen – das kraftstrotzende Finn-Dinghi und die filigranere Europe – wird der Rottachsee zur Showbühne. Der Meckatzer Cup war dieses Jahr weit mehr als ein Segelwettkampf: ein kleines Festival für Segel-Geist, Allgäuer Küche und Vereins-Power satt. Und das doppelte Farbenspektakel am Himmel zeigte uns gleich noch, wie das Wochenende wird: Verbindend. Außergewöhnlich. Fröhlich.

Freitag: Aufbau-Explosion & Kässpatzen‑Flut

Macht die Schleppleine los: Fast 30 Clubmitglieder wuselten über das Gelände – Zelte, Steg, Boote, Mast – alles trimmte sich für das Wochenende. Dank Dauerregen in der vergangenen Woche gab’s endlich genügend Wasser im See, so dass – rechtzeitig zu diesem Großevent – der Steg im Wasser war, und das Slippen nicht über eine Abbruchkante passieren musste.

Währenddessen reisten die ersten Teilnehmer des Meckatzer Cups 2025 mit ihren Wohnmobilen an. Ein großes „Hallo“ und „Wie geht´s“ und alle standen sich gerne im Weg.

In der Kombüse: Nadja, Christine, Susi und Lucia plus Küchen‑Crew – volle Konzentration auf Kässpatzen für 60 Personen am Abend. Zwiebeln wurden angeschmort (welch ein Aroma),  mit Schweizer Präzision der Teig gerührt und Spatzen gehobelt und sauber geschichtet. Ergebnis: Dampf, Duft, volle Teller. Stimmung: Großartig, Ballast weg – alle glücklich. 

 

Ganz großes Dankeschön an alle Helfer! Besonders an:

 

– Horst Buchmann für Aufbau und Alles drumherum

– Thomas Holzmann und Dietmar Wagner für Slipwägen

– Susi Scholz Dauerspülerin!!

– Christine Träger als Allroundfrau im Dauereinsatz
– Markus Ehlers – der Hahn im Küchenkorb 😉

– Karin und Wolfgang Böhler

– Heike, Olli und Hanna Pätzold sowie

– Herta Buchmann in der Küche.

 

Kässpatzenteig beim Meckatzer Finn
Kässpatzen für 60 personen im Clubhaus des SSGR<br />
Helferlein beim Meckatzer Finn Cup

Samstag: Regen, Wind & Spanferkel

Wenn es dauerhaft regnet, dann fällt die Motivation zum Segeln eher unter Null.  Aber die Wettfahrtleitung unter Tommy Krause kannte mit der Mimosität einiger Segler(Innnen) kein Erbarmen. Und so hieß es: rein in langen Neopren, noch drei Lagen darüber und nicht vergessen die Kappe, schließlich ist Hochsommer im Allgäu.

Die Finns – kernige Brocken mit Segel-Power – und die Europes – agiler, leichter. Zwei Klassen, zwei Segelwelten, ein See. Wettfahrtleitung? Souverän wie ein ruhender Pol, auch bei Winddrehern am Kurs.

Zack – war nachmittags Wind zwischen zwei und vier Bft. Und Regen wie aus Kübeln. Drei Wettfahrten standen auf dem Programm. Und die wurden – bis auf einen Fehlstart der Finn-Segler – zügig durchgezogen. Wie beim Kässpatzen hobeln gab es auch hier nahezu keine größeren Hindernisse. Und auch wenn der Wind in der dritten Wettfahrt etwas drehte, wurde keine Zeit mit Tonnen nachlegen vertrödelt. Ganz im Sinne der Segler hieß es: „An Land ist es auch schön, also gebt (Wind)Gas.“

Ganz fettes Dankeschön an die Wettfahrtleitung & Team:
Tommy Krause
Ulli Krause,
Markus & Jamia Scholz
Lucia Spring
Roland Wölz
Fabian Erben sowie
Walter Fleschhutz für die Auswertung
Markus Ehlers war immer Fleissig

Abendliches Spannungs-Dinner: Spanferkel, Schnaps & Teamtaktieren

Der kulinarische Höhepunkt Nummer zwei: Spanferkel vom Allgäuer Metzger, außen kross, innen zart. Serviert mit Timing, das nur ein eingespieltes Landteam zustande bringt. Danach: Eierlikör, Maracuja‑Schnaps, ein Ananas-Bräu, bei dem Maskenpflicht ausgeweitet werden könnte – zum Glück war Whiskey präsent für Klarheit im Geschmack.

Mehr Gelächter, Storys und charmante Seitenhiebe als in manchem Hafenclub.

Sonntag: Flaute, Stoßgebete & Vorwind‑Drama

Sonntag‑Morgen: Frühstück satt, See wie angeschlagen. Erste verdeckte Sonnenstrahlen. Stoßgebete des Küchenteams gingen Richtung Wettfahrtleitung: „Jetzt bitte raus mit den Seglern!“ Und: Bingo. Wind setzte ein. Regen setzte ein. Segler liefen aus. Start. Spannung.

Vor der letzten Lee-Tonne dann das Spektakel: Finn‑Dinghis in Bugwellen‑Formation fegen über das zarte Europe‑Feld hinweg. Stimmen furios:

„Raum!“
„Kringeln!“
„Weg da!“
Tut-Tut‑Marathon im Ohr.
Regattaakustik auf See. Finns laut, Europes geduldig, Leitung am Anschlag. Alle und alles heil – aber Respekt an die Wasser‑Crew, die bei solchen Bedingungen Flagge zeigt und trotz knappsten Zieleinlauf die Nerven behielt.

Ein Reminder in Sachen Fairness

Ein kleiner Seitenhieb

Finn‑Skipper, liebste Schwergewichte – euer Bugspurt Richtung Hafen ist nicht automatisch ein Freifahrtschein. Auch die Leichten segeln noch auf der Bahn. Ein bisschen Respekt wäre fein. Und ja: das geht auch nach der Ziellinie.

Zahlen, Kuchen & Abschiedsweh

30 Helfer – innen und außen für Aufbau, Küche, Organisation
60 Portionen Kässpatzen am Freitag – ein Genussfeld
4 Wettfahrten bei Wind und Wetter
1 einzige Finn‑Frau aus der Schweiz im starken Männerfeld
Spanferkel, Eierlikör & Whiskey als kulinarische Begleitmusik
Am Ende: Buffet‑Abbau, Bootsverladen, letzte Biere verteilen. Preise üppig, Dank groß, Wehmut leicht.

Denn nach dem Cup ist bekanntlich vor dem Cup.

Und ein ganz mega fettes Dankeschön
an Nadja, Lucia und Felix Spring.
Ohne ihren Spirit, wäre das alles nicht möglich.