Fahre ich dieses Jahr die deutsche Meisterschaft der Europe am Steinhuder Meer mit? Diese Frage stellte sich überhaupt nicht mehr, da wir bereits in unserem Süd–Team gemeinsam so viel Spaß hatten: Natürlich bin ich dabei!!!.
Klar zu diesem Zeitpunkt kann noch überhaupt nicht abgeschätzt werden, wie das Wetter wird und wer sonst noch alles kommt. Aber gerade diese Spannung ist wie die Vorfreude auf Weihnachten.
So füllte sich in diesem Jahr die Teilnehmerliste nach und nach auf insgesamt 98 Boote.
Super! nur die Windvoraussichten versprachen zumindest für Starkwind – Liebhaber, nicht die idealsten Bedingungen. Da wir jedoch wissen, dass die Europe bei schwachem - wie auch bei starkem Wind regattafähig ist, fuhren wir
frohen Mutes hoch in Norden.
Am Clubgelände angekommen empfingen uns schon viele Freunde, die wir teils schon lange nicht mehr gesehen haben. Ganz besonders hat mich gefreut, einen Segler zu treffen, mit dem ich vor vielen Jahren zusammen gesegelt bin.
Willkommen zurück Michael! Er holte seine Europe wieder aus seiner Garage, ließ sie überholen und startete als Master. Weiter so, Michael!. Luisa hat ihn auch interviewt und dies auf Instagram gestellt. Es wäre sehr toll, wenn noch mehr seinem Beispiel folgen und ihre Boote flott machen würden. Es erwartet Euch eine tolle Gemeinschaft mit schönen Segeltagen!
Vermessung & Flachwasser
Am erstenTag stand erst einmal die Vermessung auf dem Zeitplan. Sascha, unser Vermesser, hatte wieder einmal sehr viel Geduld mit unseren Booten und den teilweise doch etwas lückenhaft, ausgefüllten Laufzetteln.
Wer hier gut und schnell durchkam, konnte anschließend die ersten Probe – Schläge auf dem Steinhuder Meer durchführen. Aber Vorsicht! Auch hier fehlt etwas Wasser und dort ist es zudem überall auch bei normalen Bedingungen recht flach. So Mancher musste ein Knirschen unterm Boot vernehmen. Nein, es waren keine Haifische, die in das Schwert beißen!.
So hieß es, am besten den Bolzen der Ruderanlage offen zu lassen und das Schwert etwas hochzuziehen . Notfalls kann man ja überall aussteigen und zu Fuß weiterlaufen.
Regattieren am Steinhuder Meer
Am nächsten Tag war zuerst genug Zeit für eventuelle Reparaturen sowie neue Freundschaften zu knüpfen.
Aber dann wurde es ernst: Es ging aufs Wasser. Das Regatta – Team versprach uns auch die Bahn so zu legen, dass nicht die Gefahr besteht auf Grund zu laufen. Welch Beruhigung.
Bei verhältnismäßig konstanten 1-2 Windstärken konnten wir vier Rennen fahren. Den letzten Lauf schafften wir dann noch bei sehr schwachem Wind und Löcher gerade so. Das war jedoch sehr wichtig, denn damit gilt es erst als Meisterschaft.
Verpflegung top!
Über die gesamte Zeit vor Ort inklusive drei gemeinsame sehr leckeren und reichhaltigen Abendessen in geselliger lustiger Runde kümmerte sich ein 50-köpfiges Team der Baltischen – Segler- Vereinigung um uns. Vielen Dank für eure tolle, professionelle Organisation.
Streicher oder doch nicht?
Dann fing das Bangen an: reicht der Wind für noch einen Lauf am letzten Tag und damit ein Streicher? Oder nicht? Je nach gesegelten Ergebnissen beteten die einen „ja bitte, auf jeden Fall“ und die anderen „nein, auf keinen Fall! ich kann dabei nur verlieren“. Leider gehörte ich zur ersten Gruppe die unbedingt noch was zu korrigieren hatten aber es blieb bei vier Läufen. Das Alternativprogramm Volleyball, Laufen und Yoga, oder auch Kuchen essen, tröstete dennoch.
Sieger & strahlende Gesichter
Bis zuletzt hatten wir eine großartige Stimmung untereinander mit unseren Freunden aus ganz Deutschland.
Trotz der schwierigen Bedingungen konnten sich die Ergebnisse unserer Segler aus dem Süden sehen lassen:
Gratulation an Sandra mit dem zweiten Platz als Deutsche Vizemeisterin der Damen, punktgleich mit Katja Müller als neue Deutsche Meisterin. Gratulation auch an Jan mit dem vierten Platz bei den Herren. Hier gewann Eske Diez aus Dänemark.
Da es für Anfang Oktober noch recht warm war, landeten die Erstplatzierten nach der Siegerehrung ausnahmsweise im Wasser. Dieses war jedoch nur Hüfthoch, was ein gemeinsames wieder herauslaufen vereinfachte.
So nahmen wir die ausgezeichnete Stimmung mit in den Abend und am nächsten Tag mit vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen mit nach Hause.




